Yes It´s A Housesession Promotion-Interview - Tune Brothers
24. November 2009
Kurz vor Weihnachten erscheint schon der zweite Teil der neuen Mix-Compilation-Reihe „Yes It´s A Housesession“. Hat sich das Konzept vom Frühjahr also bewährt - zwei CDs, zwei DJ-Teams?
Tune Brothers: Auf jeden Fall, das Konzept ging absolut auf. Alle Beteiligten waren wirklich happy, so dass wir im gleichen Jahr schon den zweiten Teil dieser neuen Compilation-Reihe nachlegen werden.
Wie kam überhaupt die Idee zu dieser Compilation?
Tune Brothers: Housesession hat sich in der jüngsten Vergangenheit stark im internationalen Vergleich zu anderen Brands positionieren können. Wir haben unzählige Releases, unser Labelkatalog wächst und wächst und die Beziehungen zu Acts intensivieren sich immer stärker. Da liegt es nahe die Früchte dieser Arbeit auf oder mit einer solche Compilation Serie zu verarbeiten. Die Compilation spiegelt, selbstverständlich auch mit Produktionen anderer Labels und Acts, die auf der Compilation vertreten sind, wieder für was das Housesession Network inhaltlich steht.
Gab es im Vergleich zum ersten Teil konzeptionelle wie soundmässige Änderungen?
Tune Brothers: Es ist eine konsequente Fortführung zum ersten Teil. Auch wenn das House-Business immer kurzlebiger wird, so ist der berühmte rote Faden klar ersichtlich.
Über das Tracklist sind wir richtig happy. Diesmal haben wir eine Mischung aus etablierten Acts wie John Dahlbäck, Funkerman, Fedde le Grand, Ian Carey oder den Schweden Axwell, Ingrosso & Angello und upcoming Talents wie Bingo Players, Afrojack, Sidney Samson, Abel Ramos, Wolfgang Gartner, und vielen mehr. Dazu kommen die Tracks unserer Housesession-Acts wie Peter Brown, Patric la Funk, The Good Guys oder natürlich unsere eigenen.
Letzteres ist ein gutes Stichwort, denn der Hörer bekommt auf CD eins quasi ein kleines „Best Of“ an Tune Brothers Stücken serviert. Was ist eigentlich von den fünf vertretenen Nummern und Remixen euer persönlicher Favorite?
Tune Brothers: Schwierig zu beantworten. Natürlich sind wir von all unseren Produktionen überzeugt. Die hohen Chart-Entrys bestätigen uns da ja auch.
Aber natürlich gibt es Tracks, an denen man hängt mehr als an einem anderen, wie zum Beispiel an „Finally“. Dieser Instant-Classic war schon immer einer unserer absoluten Favorites. Einen Tune von diesem Kaliber neu zu überarbeiten ist für jeden House-Act eine absolute Ehre. Wenn im Falle von "Finally 2009" gleich drei Mixe auf dem eigenen Label in die Beatport Top 10 gehen und gleichzeitig national in den Deutschen Dance Charts super performed ist das natürlich der Wahnsinn.
Grundsätzlich hängt man natürlich mehr an seinen eigenen Nummer. Bei der aktuellen CD ist das jedoch auch nicht einfach, da mit "Finally 2009", "Girlfriend" und der noch unveröffentlichten neuen Version unseres Hits von 2006 "I like it" gleich drei eigene Tracks drauf sind.
Soll die Compilation-Reihe „Yes It´s A Houesession“ im neuen Jahrzehnt fortgesetzt werden?
Tune Brothers: Die Reihe ist auf jeden Fall längerfristig ausgelegt. Natürlich muss man irgendwann auf die Entwicklung am CD-Markt reagieren. Wenn sich alles noch stärker in den digitalen Downloadbereich verlagert, wird es irgendwann, ähnlich wie bei der Vinyl, schwierig daran festzuhalten. Aber in welcher Form auch immer wollen wir mit Housesession dieses Konzept regelmäßig umsetzen.
Was ist im letzten halben Jahr alles passiert? Eure Releaseflut hat sich in bare Münze umgewandelt, schaut man sich zumindest die Beatport-Charts in den letzten Monaten an.
Tune Brothers: Es ist wirklich verrückt was in den letzten Monaten passiert ist. Manchmal können wir es selber noch nicht ganz realisieren. Die Umwandlung in bare Münze ist Definitionssache. Wir sehen das eher als kontinuierlicher Fortschritt für unser gesamtes Netzwerk als einen schnellen Kassensturz, weil sich in der Konstellation wirklich alles gegenseitig befruchtet. Der Kurs lautet weiterhin Expansion. Auf dem momentanen Stand wollen wir uns auf keinen Fall ausruhen. Die nächsten zwei Singles sind bereits fertig und nebenbei machen wir noch Remixes für Starkillers, Gabi Newman, Patrick Hagenaar, Patric la Funk und einige mehr. Diese Releaseflut wird definitiv anhalten.
Welchen Einfluss hat die Chartpräsenz auf dem Onlineshop Beatport.com auf eure DJ-Bookings?
Tune Brothers: Beatport ist sehr international ausgerichtet. Das deckt sich natürlich mit unserer generellen Ausrichtung. Selbstverständlich ist Deutschland nach wie vor sehr wichtig für uns. Das wollen wir auch nicht vernachlässigen, jedoch liegt die Zukunft für uns wie auch für viele andere im Ausland. In Deutschland liegt der Fokus nicht so stark auf Beatport-Charts, sondern mehr auf dem Act an sich. Da haben wir uns über die Jahre hinweg bestens etabliert. Heutzutage gibt es nicht mehr das ultimative Tool, welches einem Tür und Tor zum Erfolg öffnet. Es ist ein breites Zusammenspiel aus verschiedenen Faktoren. Da sind wir sehr gut aufgestellt.
Apropos gut aufgestellt, zum Ende des Jahrzehnts noch eine kleine Zwischenbilanz. In den Nullerjahren wurden in der House-Szene viel Stars ausgerufen und wieder begraben, aber die Tune Brothers sind weltweit bekannter als je zuvor. Sind eure kühnsten Träume zu Beginn des neuen Jahrtausends in Erfüllung gegangen?
Tune Brothers: Die Entwicklung war so nicht absehbar. Natürlich war dieser Weg, wie er sich aktuell abzeichnet, von Anfang an der Wunschgedanke überhaupt. Aber richtig aussprechen wollte dies zu Beginn vor fast 15 Jahren niemand.
Über die lange Zeit hinweg sind wir uns treu geblieben, haben an unserem Stil gearbeitet und sind einen teils harten Weg gegangen, auf dem wir viele Leute kometenhaft aufsteigen sahen, aber ebenso schnell sind auch viele wieder von der Bildfläche verschwunden. Uns war es wichtig dem ganzen eine solide Plattform zu gegeben. Das waren unsere zahlreichen DJ-Gigs in den Clubs und Festivals zusammen mit dem Publikum. Der Tune Brothers Sound hat sich an der Basis, sprich in den Clubs, entwickelt, und wir konnten dieses Musikverständnis später auf unsere Radioshows, eigenen Events, das Label und schließlich auf unsere eigenen Produktionen übertragen.